Die Bewertung der Umweltwirkungen von Produkten gewinnt für Unternehmen zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig bestehen unterschiedliche methodische Ansätze, Standards und Anforderungen, die eine einheitliche Bewertung und Vergleichbarkeit erschweren können.
Das Webinar des Gesamtverbandes textil+mode wirft einen Blick auf aktuelle Ansätze zur Umweltbewertung von Textilprodukten. Im ersten Teil stehen die praktische Anwendung von Ökobilanzierung und Product Carbon Footprints (PCF) sowie die Herausforderungen durch unterschiedliche Anforderungen im Mittelpunkt. Anschließend wird das neue DIN EPD-Programm vorgestellt und aufgezeigt, welche Perspektiven sich daraus für die Entwicklung harmonisierter Product Category Rules (PCRs) in der Textilbranche ergeben.
Termin: 8. Oktober 2026, 11:00 – 12:00 Uhr
Format: Online-Webinar via Microsoft Teams
Teilnahme: kostenfrei
Anmeldung: Bitte melden Sie sich bis zum 5. Oktober 2026 über dieses Online-Formular zum Webinar an.
Den Zugangslink zur Online-Veranstaltung erhalten Sie rechtzeitig vor dem Webinar per E-Mail.
Programm
11:00 Uhr
Begrüßung und Einführung
Constance Ißbrücker, Leitung Umwelt Gesamtverband textil+mode
11:05 Uhr
Ökobilanzierung in der Textilbranche – zwischen Standards, Anforderungen und Vereinheitlichung
Harald Eisele, Nachhaltigkeitsberater, EurA AG
Wie lassen sich Umweltwirkungen von Textilprodukten fundiert bewerten und vergleichbar machen? Der Vortrag der EurA AG, Fachbereich Nachhaltigkeit, gibt zunächst einen kurzen Einblick in das Unternehmen und seine Dienstleistungen und führt anschließend in das Lebenszyklusdenken und die Ökobilanzierung ein. Im Fokus stehen dabei der PCF sowie der typische Ablauf einer PCF-Studie.
Am Beispiel eines einfachen Textilprodukts wird aufgezeigt, welche Herausforderungen in der Praxis entstehen: Je nach Branche und Einsatzgebiet kommen unterschiedliche Standards und methodische Vorgaben zur Anwendung. Gleichzeitig fordern Kunden teilweise die Einhaltung verschiedener, nicht immer deckungsgleicher Standards. Der Vortrag beleuchtet diese Herausforderung und zeigt auf, warum eine stärkere Vereinheitlichung und Harmonisierung der Anforderungen für Unternehmen und Wertschöpfungsketten von großer Bedeutung ist.
11:25 Uhr
Das neue DIN EPD Programm – Perspektiven für die Textilbranche
Anna Trawnitschek, Gesamtprojektleitung DIN EPD-Programm
Der Vortrag gibt einen Überblick über das neue DIN EPD-Programm und dessen Rolle bei der Weiterentwicklung von Environmental Product Declarations (EPDs) auch für Branchen abseits des Baubereichs. Im Fokus stehen die Harmonisierung von PCRs zur Verbesserung der Vergleichbarkeit von Umweltaussagen sowie die enge Anbindung des Programms an die Normungsarbeit.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung und Strukturierung von PCRs für die Textilbranche. Dabei werden Ansätze zur Klassifizierung von Produktgruppen vorgestellt und das Interesse der Teilnehmer an verschiedenen Anwendungsbereichen abgefragt. Ziel ist es, Bedarfe der Branche zu identifizieren und die zukünftige PCR-Entwicklung praxisnah auszurichten.
11:45 Uhr
Fragen und Diskussion

Speaker
Harald Eisele ist Nachhaltigkeitsberater bei der EurA AG und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Ökobilanzen (LCA), Environmental Product Declarations (EPDs) sowie Corporate und Product Carbon Footprints (CCF/PCF). Er verfügt über einen Masterabschluss in Bioökonomie und Weiterbildungen im Bereich Life Cycle Assessment und Umweltmanagement. Vor seinem Wechsel zur EurA AG war er unter anderem bei DEKRA Assurance Services und dem LCA‑Softwareentwickler iPoint Systems tätig.
Anna Trawnitschek leitet die Geschäftsstelle des DIN EPD-Programms und verantwortet dessen Aufbau und strategische Weiterentwicklung. Sie arbeitet an der Schnittstelle von Normung, Nachhaltigkeit und regulatorischen Anforderungen. Zuvor war sie bei DIN im Bereich Nachhaltigkeit und Circular Economy tätig. Mit ihrem Hintergrund in Wirtschaft und Produktdesign sowie einer Weiterbildung im Bereich LCA verbindet sie technische, wirtschaftliche und strategische Perspektiven auf die Nachhaltigkeitsbewertung von Produkten.
Constance Ißbrücker leitet das Umwelt-Referet des Gesamtverbandes der deutschen Textil- und Modeindustrie e. V.
Finden Sie hier weitere interessante Inhalte